Ich bin in ein Hostel eingezogen. [Kunstpause]. Ernsthaft? Manchmal muss man Dinge einfach noch einmal selbst laut aussprechen, um sie zu realisieren.
Ja, ich lebe jetzt im "Honey House for Travellers". Yeah! Am Samstag habe ich also all mein ganzes Zeug gepackt und dem Gästezimmer des Büros mehr oder weniger wehmütig "Adios" gesagt. Im Hostel angekommen, erwartete mich gestern bereits die Besitzerin - die ich ja nicht etwa erst einen Tag vorher noch angerufen hatte, ob alles klargeht *ARGH* - mit dem Satz "Ach, hallo. Schön, dass du da bist! Ähm, achso, es gibt nur ein kleines Problemchen". Das Gute an dieser Formulierung, ist: Wenn jemand die Phrase "kleines Problemchen" verwendet, weißt du eigentlich schon jetzt mit 100%-iger Sicherheit, dass es sich nämlich NICHT um ein kleines Problemchen handeln wird. Dementsprechend sind mir in diesem Moment auch die Gesichtszüge entgleist, als sie sagte "Dein Zimmer ist leider belegt". WHAT? Ich dachte in dem Moment echt, ich muss schreien. Aber: Big Happy End der Geschichte: Ich durfte jetzt vorerst in ein viel größeres und schöneres (aber eigentlich auch viel teureres) Zimmer einziehen, allerdings ohne mehr dafür bezahlen zu müssen. Woohoo! :D
In zwei Monaten muss ich dann allerdings in das ursprünglich vereinbarte Zimmer umziehen, aber was solls. Zu meinem momentanen Aufenthaltsort: Eigentlich ist das hier viel weniger ein Hostel, sondern vielmehr eine Wohngelegenheit für Leute, die länger in Arequipa bleiben. Einen Schweden habe ich bereits auf dem Dach getroffen, neben mir wohnt ein Paar aus den USA und in meinem Gang ein Peruaner. Mal schauen, wer hier noch so alles "haust" ;) Und da man ja immer die positiven Seiten zuerst nennen soll: Ich habe eine eigene Küche (mit sogar ZWEI Tassen und ZWEI Tellern), ein eigenes Bad und befinde mich in unmittelbarer Nähe zum Plaza de Armas, dem wunderschönen Hauptplatz und Zentrum der Stadt. Dafür ist es verdammt günstig und vermutlich das Beste, was ich hier für den Preis kriegen kann. Jetzt aber genug der Lobhudelei.
In zwei Monaten muss ich dann allerdings in das ursprünglich vereinbarte Zimmer umziehen, aber was solls. Zu meinem momentanen Aufenthaltsort: Eigentlich ist das hier viel weniger ein Hostel, sondern vielmehr eine Wohngelegenheit für Leute, die länger in Arequipa bleiben. Einen Schweden habe ich bereits auf dem Dach getroffen, neben mir wohnt ein Paar aus den USA und in meinem Gang ein Peruaner. Mal schauen, wer hier noch so alles "haust" ;) Und da man ja immer die positiven Seiten zuerst nennen soll: Ich habe eine eigene Küche (mit sogar ZWEI Tassen und ZWEI Tellern), ein eigenes Bad und befinde mich in unmittelbarer Nähe zum Plaza de Armas, dem wunderschönen Hauptplatz und Zentrum der Stadt. Dafür ist es verdammt günstig und vermutlich das Beste, was ich hier für den Preis kriegen kann. Jetzt aber genug der Lobhudelei.
Die erste Nacht war........[soll ich es beschönigen...euch erzählen, wie megamegamegageil es in meinem neuen "Zuhause" ist.........ääääääääähm - NEIN!] beschissen. Akustisch befinde ich mich nämlich in der wundervollen Lage, "das Land so richtig intensiv zu erleben". Heißt übersetzt: Dieses Zimmer vermittelt einem glatt den Eindruck, hier mitten auf der Straße zu schlafen. Ich habe das Gefühl, es GIBT keinerlei Dämmung. Ich habe mich die Nacht gefragt, warum ich mein Fenster überhaupt zumachen kann - es ändert sich rein gar nichts am Lärmpegel. Aber was rege ich mich hier überhaupt über Straßenlärm auf? Überhaupt - diese erste Nacht! Oh mein Gott. Aus meiner bisher üblichen Lärmkulisse
"Hundegebell und Alarmanlagen" ist nun noch lauteres Hundegebell +
mehr Alarmanlagen + noch mehr störende Variablen geworden. Da wäre zum einen
das unerträgliche Geschrei irgendeiner besoffenen Frau gestern Nacht.
Oder irgendein Typ aus diesem Hostel, der sich ca. eine Stunde lang
nicht entscheiden konnte, ob er nun husten oder kotzen muss. Und: Nichts
gegen die Red Hot Chili Peppers, aber Sonntag früh um 7 muss das nun
auch nicht sein. Die Erhöhung des Hunde-Lautstärkepegels erklärt sich im Übrigen dadurch, dass sich genau über mir das Dach des Hauses befindet und auf einer Erhöhung desselbigen zwei Hunde leben, die nichts lieber tun, als sich lautstark bellend ihrer Umwelt mitzuteilen. Ich liebe Hunde. Ich hasse Hunde. Seit gestern Nacht. Als kleine Hintergrundinformation: Beinahe alle Häuser hier besitzen Flachdächer, auf denen zumeist irgendwelche scharfgemachten Hunde leben, welche das Eigentum ihrer Herrchen bewachen sollen. Und wenn ich "leben" sage, meine ich "leben". Diese (bemitleidenswerten) Kreaturen müssen dort nämlich ihren kompletten Tag verbringen, weil die meisten ihrer Besitzer nicht mal mit ihnen Gassi gehen. Versucht euch das mal bitte vorzustellen! Ob 30 Grad am Tag (OHNE Sonnenschutz/Schatten o.ä.) oder 8 Grad in der Nacht - diese Hunde drehen auf den Dächern auf einer Fläche von nur ein paar Quadratmetern unentwegt ihre Kreise unentwegt ihre Kreise unentwegt ihre Kreise unentwegt ihre Kreise unentwegt ihre Kreise. Ok. Ich glaub, ihr wisst, was ich meine. Ich würde da wahrscheinlich auch durchdrehen! So passiert es dann auch oft, dass man arglos durch die Straßen läuft und plötzlich beängstigend knurrender und kläffender ein Hund halb vom Dach hängt, um dich anfallen zu wollen. Nichts gegen irgendeine Form von Landeskultur, aber was soll die Scheiße? Was bringt ein Wachhund auf dem Dach??? Für jeden, der auch nur ein winziges Stück Tierliebe in sich trägt, ist es wirklich grausam, sich das mitanschauen zu müssen. Zumal sich mir der Sinn auch kaum erschließt, denn wenn ich als Einbrecher in ein Haus einsteige, interessiert mich ein eingesperrter Hund auf dem Dach herzlich wenig.
Die peruanischen Straßenhunde sind dagegen im Übrigen ein Witz! Wühlen vielleicht ab und an mal im Müll, aber das wars dann auch. Sie bellen dich weder an noch kommen sie dir zu nahe und tun nicht mal einer Fliege was zuleide. Die sind so dermaßen lieb, dass man noch mehr Mitleid bekommt, als man es ohnehin schon hat. Die sind sogar zu unkompliziert, um sich überfahren zu lassen. Ungelogen - das ist wirklich ein Wunder, wie die hier ganz brav auf dem Fußweg warten, bis sie denn mal rübergehen können! [In Sachen Verkehrssicherheit und Straße überqueren kann ich mir bei den Straßenhunden von Arequipa noch einiges abschauen.]
Die peruanischen Straßenhunde sind dagegen im Übrigen ein Witz! Wühlen vielleicht ab und an mal im Müll, aber das wars dann auch. Sie bellen dich weder an noch kommen sie dir zu nahe und tun nicht mal einer Fliege was zuleide. Die sind so dermaßen lieb, dass man noch mehr Mitleid bekommt, als man es ohnehin schon hat. Die sind sogar zu unkompliziert, um sich überfahren zu lassen. Ungelogen - das ist wirklich ein Wunder, wie die hier ganz brav auf dem Fußweg warten, bis sie denn mal rübergehen können! [In Sachen Verkehrssicherheit und Straße überqueren kann ich mir bei den Straßenhunden von Arequipa noch einiges abschauen.]
Sonst irgendwelche besonderen Vorkommnisse? Och nö. Außer vielleicht, dass sich letzte Woche in einer abgefuckten Bar ein verdammt betrunkener Peruaner zu uns an den Tisch gesetzt hat, um mit uns eine bemerkenswerte Zwei-Wort-Konversation zu führen. Dieser Mann redete nicht etwa in Sätzen, nein das wäre wahrlich zu einfach gewesen, er redete lediglich "in Schriftstellern". Was das heißt? Er sagte lediglich Namen. Bertolt Brecht. Mario Vargas Llosa. Franz Kafka. Shakespeare. Gabriel García Márquez. Stellt euch einfach vor, ihr bittet jemanden irgendwann höflich zu gehen und er antwortet mit "Goethe". Was soll man da sagen? :D "Nein"?! Später sagten wir dann sinngemäß so etwas wie "Was willst du denn jetzt bitte von uns?" und er antwortete mit "Stephen King". Ähm. Ja. Es war ein recht einseitiges Gespräch, was sich ziemlich im Kreis gedreht hat ;) Apropos Alkoholkonsum. Vereinzelte Leute sind teilweise um 8 schon hackedicht, weil sich der Tagesablauf hier durch den zeitigen Sonnenuntergang so nach vorne verschiebt.
Des Weiteren war ich diese Woche kurzzeitig in einer Garage gefangen. Diese Szene hätte wirklich gefilmt werden müssen!!!! Ich versuche, sie euch mal irgendwie detailgetreu zu beschreiben....Laetitia, meine französische Mitpraktikantin, und ich verlassen abends das Büro um in einem nahegelegenen Supermarkt Wasser zu kaufen. Unschuldig laufen wir, uns unterhaltend, auf dem Fußweg an Häusern entlang. Plötzlich ruft Laetitia "Achtung!", ich schaue sie an, schaue das Auto neben uns auf der Straße an, welches einfach nur dasteht und denke mir noch so "Ja, was hat sie denn nur?". Im gleichen Moment seh ich nur noch, wie sich links neben mir zügig ein Garagentor schließt und dann war es auch schon passiert. Ich stand in einer fremden Garage hinter einem verschlossenen Garagentor. Durch die Tür hörte ich nur noch ein französisch-akzentuiertes "Hola! Hola! Mi amiga está dentro!", welches sie dem Fahrer zurief. Fragt mich bitte nicht, wie DAS logistisch-technisch-was-auch-immer möglich gewesen ist, als Fußgänger unabsichtlich in einer Garage gefangen zu sein!? Aber genauso ist es passiert!! Kurz darauf war ich dann aber auch schon befreit, inklusive einem mehr als verdutzt schauenden Autofahrer ("Was zur Hölle macht dieses blonde deutsche Mädchen in meiner Garage???") und einem ungefähr 10-minütigen Lachanfall. Hah! Gebt es doch zu Peruaner, das war euer erster Kidnapping-Versuch! :)
- - - - - Breaking News - Und was sonst noch geschah...- - - -
Fail der letzten Woche: Im Büro dem leicht nuschelnden IT-Mitarbeiter breit lächelnd ein wunderschönes Wochenende wünschen, weil man bei seiner auf Spanisch übermittelten Information, dass er wegen seiner Oma nach Chile fährt, den winzigen, aber doch recht bedeutsamen Fakt überhört hat, dass der Anlass der Reise die Beerdigung dieser ist. Autsch.
Challenge der letzten Woche: Sich ein selektives Gehör aneignen. Neben unserem Büro befindet sich ein Gebäude, in dem ein mehr oder weniger talentiertes Jugendblasorchester seinen Sitz hat. Letzte Woche haben sie sich ziemlich intensiv dem Üben von "Moskau" von Dschingis Khan (???) gewidmet. Jeweils gute zwei Stunden lang.
Highlight der Woche: Die Müllabfuhr von Arequipa verfügt über einen Lautsprecher, über den sie lautstark Musik abspielt. Tendenziell eine brilliante Idee, um den eigenen Alltag und den aller Anwesenden zu erheitern. Letzte Woche im Angebot bei "DJ Trash und den lustigen Müllmännern von Arequipa": Das Instrumental von Arielle, der Merjungfrau.
Nice-to-Know-Fact:
Kellner in peruanischen Bars bringen dir einen Eimer, wenn dir schlecht
ist, anstatt dich einfach mal in hohem Bogen rauszuwerfen. Gesehen
gestern Nacht. Sehr umsichtig. Die gute Frau hat später leider trotzdem
eine gute Hälfte der Couch bekotzt, auf der sie saß. Ich habe hier insgesamt den Eindruck, dass die Leute nicht richtig mit Alkohol umgehen können [Ja. Und wenn ich diesen Satz schon bringe - glaubt mir!]. Ich habe in den letzten zwei Wochen schon mehr Peruaner auf die Straße kotzen sehen als in Deutschland in den letzten zehn Jahren.
What-the-Fuck der Woche: Es ist schon wieder passiert. Mir hat jemand auf der Straße einfach so im Vorbeigehen an den Arsch gefasst. Heute. ICH VERSTEH DAS EINFACH NICHT! Nach Spanien und Deutschland kann ich meiner "Mir fassen wildfremde Menschen auf einer öffentlichen Straße am hellichten Tag an den Arsch"-Länderliste nun auch noch Peru hinzufügen. Und diesmal war ich noch nicht mal alleine unterwegs! Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was mir völlig unbekannte Menschen dazu motiviert, mich einfach mal anzugrapschen, aber ich frage mich langsam schon, woran das liegt!
Most loved Peru-Produkt der Woche: Muahahaha. Wer hat, der kann. No Further Comment.
Most loved Peru-Produkt der Woche: Muahahaha. Wer hat, der kann. No Further Comment.
Nun denn, ich werde mich dann mal ins Bett begeben und die peruanischen Fernsehkanäle checken, wo ich doch jetzt ganze zwei Monate über den Luxus eines Fernsehers verfüge. Die Nacht kann im Übrigen kommen, denn ich habe mir heute erstmal schööön Ohropax gekauft! In diesem Sinne: Was interessiert mich das Gebell von gestern?
P.S. Achso, und wer auch immer das hier gerade lesen sollte: Esst mehr Hunde! Verbietet automatische Garagen, Alarmanlagen und Blasorchester! Und falls irgendjemand von einem besseren Leben träumt: Werdet Müllmann in Peru und beschallt die Gegend mit eurem Sound!
Hasta pronto! ♥



Oh mann Romy, ich habe noch einiges nachzuholen an Lesestoff. Aber diesen Artikel fand ich echt genial. Besonders die BReaking News. ;)
AntwortenLöschenxoxo Susann B.