Ihr werdet niemals im Leben erraten, wo ich gerade hergekommen bin. Nein, nicht aus der Geiselhaft eines Taxifahrers. Na? Also gut. Ich stand bis vor gerade 5 Minuten noch an einem steinernen Wäschetrog auf dem Dach eines Hauses, um meine Wäsche zu waschen. Per Hand, mit Kernseife und Scheuerbürste. Ich fühle mich wie der Protagonist in so einer Serie, wo sie irgendwelche Leute leben lassen wie im 19. Jhd., um dann zu schauen, wie die so klarkommen.
Surviving Peru
Hach, und was war das wieder für eine Woche 3 hier in Arequipa. Zunächst einmal: Ich habe nicht mehr das Gefühl in die Löcher im Gehweg zu fallen, der Verkehr macht mir keine Angst mehr, kurzum: Ich würde sagen, straßenverkehrstechnisch bin ich in endlich so richtig in Arequipa angekommen. Woohoo! Ich denke nicht mehr darüber nach, was meine Auslandskrankenversicherung eigentlich im Falle eines Unfalls abdecken würde. Ist das nicht ein wahnsinnig gutes Zeichen?! Aber wo wir gerade wieder bei meinem leidigen Lieblingsthema Sicherheit sind: Ich bemühe mich ja wirklich wirklich wirklich nicht zu sehr über Straßenkriminalität nachzudenken [alleine wegen meiner genetisch angelegten Vergesslichkeit dürfte mir das eigentlich nicht schwerfallen], aber es wird einem hier nicht ganz leicht gemacht. O-Ton einer Martkfrau am letzten Sonntag zu Laetitia und mir "Habt ihr keine Angst, hier zu sein? [...] Was, euch ist BISHER noch nichts passiert? [...] Ich bete zu Gott, dass euch nichts passiert". Äääähm jaaaaaa, ich sags mal so: Sowas hilft einem jetzt nicht gaaaanz so sehr dabei, mal abzuschalten :D Irgendwie warnen einen hier auch immer Gemüse- und Obstfrauen. Die hier sind offenbar sowas wie die guten Feen von Peru. Aber ich versuche, mich nicht allzu sehr verrückt machen zu lassen, letztlich beachte ich das, was zu beachten ist [mehr kann ich nicht tun] und vertraue auf mein Glück.
Zugegeben: Das Krasseste war dann aber wirklich der Montag. Mein allererster Heimweg vom Büro nach Hause und er endet damit, dass mich eine Gemüsefrau aus Sicherheitsgründen in ihrem Laden einschließt, weil ich von vorbeilaufenden Typen nicht in Ruhe gelassen werde. Das Beste war eigentlich noch, dass ich an diesem Tag nach Hause gegangen bin und dachte "Ach, eigentlich ist es in Arequipa gar nicht so schlimm mit der Sicherheit. Es ist abends und ich gehe völlig ohne Angst nach Hause und alles ist super. Lalalalala". Rotkäppchen-like spaziere ich durch die Straßen Arequipas [außer vielleicht, dass Rotkäppchen nicht ständig krampfhaft ihren Korb aus Furcht vor Taschendieben festhält]. Mein Gedanke verwandelte sich lediglich 10 Minuten später in "AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH. OH MEIN GOTT! Ich gehe hier NIE wieder raus!" [Was mich außerdem ein klitzeklitzeklitzekleines bisschen beunruhigte: Wie eine Kundin zu der Gemüsefrau, während ich dort eingeschlossen stehe, sagt "Mensch, hast du das mit dem Mädchen neulich gehört..."] Naja, immerhin war die Ladenbesitzerin sehr nett und kompetent in Sachen Customer-Relationship-Marketing, schließlich werde ich von nun an zu ihren treuesten Kunden zählen ;) Ich fand es total niedlich, dass mich ihr Sohn anschließend bis vor meine Haustür gebracht hat [um 18 Uhr abends Begleitschutz - irgendwie schon krass]. Aber das ist das, was einen hier bezüglich Sicherheitsbedenken nicht verzweifeln lässt: Für jeden "schlechten" Peruaner triffst du drei gute. Was mir hier aber noch so richtig zu schaffen macht - abgesehen von so lächerlichen Dingen wie der Angst vor Raubüberfällen -, sind die Abgase der Autos. Die Höhenkrankheit hab ich mit immer fein fleißig Coca-Tee trinken erfolgreich umgangen, allerdings kann ich hier nicht so schnell laufen, wie ich es in Deutschland gewohnt bin. Grober Fehler am Montag: Romy, wie immer zu spät, hetzt zur Arbeit. Nach 10 Minuten dachte ich, ich muss mir mal eben spontan ne Asthma-Diagnose stellen. Du merkst auf einmal, da fehlt der Sauerstoff irgendwie doch und dafür atmest du Dreck und Abgase en masse ein. Ich musste erstmal stehen bleiben und versuchen klarzukommen :D Ich stelle fest: Jede deutsche Autobahn ist dagegen ein Sauerstoffzelt. Kein Wunder, dass hier niemand Bock hat, zu rauchen. Mein konstruktiver Vorschlag: Zur Senkung der Raucherquote in Deutschland sollte man den TÜV abschaffen [also, dass DA niemand vorher drauf gekommen ist!].
Zugegeben: Das Krasseste war dann aber wirklich der Montag. Mein allererster Heimweg vom Büro nach Hause und er endet damit, dass mich eine Gemüsefrau aus Sicherheitsgründen in ihrem Laden einschließt, weil ich von vorbeilaufenden Typen nicht in Ruhe gelassen werde. Das Beste war eigentlich noch, dass ich an diesem Tag nach Hause gegangen bin und dachte "Ach, eigentlich ist es in Arequipa gar nicht so schlimm mit der Sicherheit. Es ist abends und ich gehe völlig ohne Angst nach Hause und alles ist super. Lalalalala". Rotkäppchen-like spaziere ich durch die Straßen Arequipas [außer vielleicht, dass Rotkäppchen nicht ständig krampfhaft ihren Korb aus Furcht vor Taschendieben festhält]. Mein Gedanke verwandelte sich lediglich 10 Minuten später in "AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH. OH MEIN GOTT! Ich gehe hier NIE wieder raus!" [Was mich außerdem ein klitzeklitzeklitzekleines bisschen beunruhigte: Wie eine Kundin zu der Gemüsefrau, während ich dort eingeschlossen stehe, sagt "Mensch, hast du das mit dem Mädchen neulich gehört..."] Naja, immerhin war die Ladenbesitzerin sehr nett und kompetent in Sachen Customer-Relationship-Marketing, schließlich werde ich von nun an zu ihren treuesten Kunden zählen ;) Ich fand es total niedlich, dass mich ihr Sohn anschließend bis vor meine Haustür gebracht hat [um 18 Uhr abends Begleitschutz - irgendwie schon krass]. Aber das ist das, was einen hier bezüglich Sicherheitsbedenken nicht verzweifeln lässt: Für jeden "schlechten" Peruaner triffst du drei gute. Was mir hier aber noch so richtig zu schaffen macht - abgesehen von so lächerlichen Dingen wie der Angst vor Raubüberfällen -, sind die Abgase der Autos. Die Höhenkrankheit hab ich mit immer fein fleißig Coca-Tee trinken erfolgreich umgangen, allerdings kann ich hier nicht so schnell laufen, wie ich es in Deutschland gewohnt bin. Grober Fehler am Montag: Romy, wie immer zu spät, hetzt zur Arbeit. Nach 10 Minuten dachte ich, ich muss mir mal eben spontan ne Asthma-Diagnose stellen. Du merkst auf einmal, da fehlt der Sauerstoff irgendwie doch und dafür atmest du Dreck und Abgase en masse ein. Ich musste erstmal stehen bleiben und versuchen klarzukommen :D Ich stelle fest: Jede deutsche Autobahn ist dagegen ein Sauerstoffzelt. Kein Wunder, dass hier niemand Bock hat, zu rauchen. Mein konstruktiver Vorschlag: Zur Senkung der Raucherquote in Deutschland sollte man den TÜV abschaffen [also, dass DA niemand vorher drauf gekommen ist!].
Apropos "Surviving Peru", meine liebe Französin und Mitpraktikantin Laetitia hat es die Woche ganz schön erwischt. Ihr ging es so schlecht (sie war beinahe zu schwach um zu laufen), dass sie sogar ins Krankenhaus musste - inklusive Blutziehen und Transfusionen (definitiv eine Sache, die ich hier nicht brauch...). Diagnose: Bakterielle Infektion entweder durch das Wasser hier oder irgendwelches Essen. Hmm. Mir geht es bislang erstaunlich gut, aber es würde mich nicht wundern, wenn mein Immunsystem seit der Ankunft in Arequipa ne riesengroße Krankheitserreger-Abwehr-Party feiert, von der ich noch nichts mitbekommen habe. Hoffen wir mal, dass mich irgendetwas in irgendeiner Form abgehärtet hat und ich es umgehen kann, kotzend über einer Kloschüssel zu hängen.
Shake That Earth!
Gestern Abend war in ganz Arequipa im Übrigen große Erdbebenprobe angesetzt [Da sollen dann alle so tun, als gäbe es ein Beben und sich ne Strategie ausdenken, die sie im Ernstfall anwenden. Das gibt es hier immer halbjährlich]. Aber wirklich in ganz Arequipa?! Neiiiin, nicht in ganz Arequipa. Denn im sogenannten Parque Libertad de Expresión [hat sich eigentlich jemals jemand einen schöneren Namen für einen eigentlich relativ unspektakulären kleinen Park ausgedacht?!] fanden Konzerte anlässlich der FIL (Feria Internacional del Libro = Buchmesse) statt. Alter Schwede, die Leute sind hier abgegangen, das ging einfach mal gar nicht! :D Aber es war der Hammer!!!! Ein wirklich geiler Freitagabend..First Pogo in Peru - Check ✓
Dadurch habe ich nun leider meine erste Erdbebenprobe verpasst, schade aber auch! Eventuell sollte ich mal lernen meine Prioritäten zu
überdenken. Vielleicht setze ich meine Prioritäten aber auch vollkommen
richtig :)
Tja, und dann bin ich heute Nacht - war das ein Zufall?! - doch nicht allen Ernstes tatsächlich von einem Erdbeben geweckt worden - WHAT??? Alter Schwede!! Stellt euch mal vor, ihr merkt ein leichtes Rütteln..dann rüttelt es mehr und mehr...und mit einem Schlag wird euch bewusst: "Oh oh? Oh Oh! OH OH!! Das ist gar kein Traum, das ist ein Erdbeben!!!!!!!!". Alles um dich rum bewegt sich auf einmal. Es ging nur ein paar Minuten und es war auch nur ein leichtes, aber irgendwie hat mich das echt tief beeindruckt, weil du in dem Moment erstmal spürst, wer hier auf dieser Welt eigentlich das Sagen hat und das ist nicht so ein kleiner Mensch wie ich es bin :) Das Gefühl eines Erdbebens kann man wirklich mit Worten nicht mal ansatzweise beschreiben! Naja, eigentlich bin ich auch ziemlich froh, dass es mich im Schlaf erwischt hat, da war ich viel zu müde für große Panikanfälle. Und danach hab ich einfach weitergeschlafen, als wenn nichts gewesen wäre. First Erdbeben in my life - Check ✓Aber ich hoffe wirklich inständig, ein großes Erdbeben bleibt mir erspart, denn wie ich gestern selbst total verpennt gemerkt habe, beeindruckt es mich als erdbebenunerfahrende Europäerin dann eben doch so sehr, dass ich nicht glaube, dass ich im Falle herabstürzender Gegenstände und wackelnder Wände hier irgendwie auch nur halbwegs die Ruhe bewahren kann. Ich habe Raul, meinen Nebenanmitbewohner, schon vorgewarnt, dass ich in diesem Fall einfach wild klopfend und schreiend vor seiner Zimmertür stehen werde :)
I ♥ Pisco Sour
Allen, denen ich jemals gesagt habe, dass dies ein alkoholabstinentes halbes Jahr werden würde. Nope. Ich bin im Mutterland des Pisco Sour. Ich muss mich der Landeskultur anpassen. Ich muss an dieser Gesellschaft sozial teilhaben. Ich muss...ach, Scheiße. Ich bin einfach nur eine gewaltige Lügnerin, die inkonsequent ist und auf Saufen steht. Ja, so ist das eben.
Am Mittwoch war ich mit Anja, meiner deutschen Mitpraktikantin und Raul, meinem Nebenanmitbewohner [praktisch: er kennt die günstigsten Bars in Arequipa ;) ] in einer Bar Pisco Sour trinken. Mal abgesehen davon, dass die uns servierte Mischung - sagen wir mal - "muy fuerte" war und ich irgendwann tatsächlich doch noch den Hauch eines Gedankens an den nächsten Arbeitstag verschwendet habe, erwartete mich zu Hause bereits der nächste Pisco. Denn die Schwester meiner Hostelbesitzerin Marita feierte Geburtstag und die ganze Family saß somit im Wohnzimmer - an dem ich jedes Mal bim Rein- und Rausgehen vorbeikomme - woraufhin ich schwerlich ablehnen konnte. Zumal Raul im Vorfeld gemeint hatte, wenn ich mich Marita gutstellen würde, bestünde vielleicht eine winzige Chance, dass ich ohne Aufpreis in dem größeren Zimmer bleiben darf. Gesagt, getan - es nützte ja alles nichts - musste ich mich an diesem Abend also auch noch um meine Unterkunft kümmern, Willen zur Integration zeigen und war somit verdammt, weiter Pisco trinken [außerdem ist "Inhouse-Saufen" wenigstens sicher]. Es war irgendwie absurd [ich merke an: ich wohnte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 5 Tage dort]. Ich, Raul und eine mir bis dato vollkommen unbekannte peruanische Familie saßen in einem Wohnzimmer, in deren Mitte ein kleiner Tisch mit einem Bild von der heiligen Mutter Gottes Maria oder was weiß ich [die sind hier alle wirklich erzkatholisch] stand. Und dann [ich blick das immer noch nicht!!!] eine kleine Flasche Olivenöl auf dem Tisch. Ich raff das hier einfach nicht, bei Anlässen steht immer eine kleine Flasche Olivenöl [das ist hier unfassbar teuer, es gibt z.T. Flaschen für 10 Euro, bessere 20 Euro] auf dem Tisch. Olivenöl ist hier offenbar ein Zeichen von Wohlstand :D LOL. Irgendwie wars aber schon echt cool, mal so einer richtig peruanischen Familienfeier beizuwohnen, obwohl wir uns dann später nach Gedichten auf Quechua und irgendnem Volkstanz vom Acker gemacht haben. Anschließend haben wir noch auf unserem Flur weitere peruanische Biersorten durchprobiert, bis ich dann irgendwann viel zu spät [oder besser gesagt früh] ins Bett bin. Wie ich es geschafft habe, am nächsten Tag pünktlich im Büro zu erscheinen ist mir selber ein völliges Rätsel.
Aber: Dass ausgerechnet hier - in einem Hostel - ein aus Arequipa stammender Peruaner neben mir wohnt ist wohl ein Geschenk Gottes, denn: Er kennt sich mit allem aus, seien es die lokalen oder generell kulturellen Gegebenheiten. Er hat außerdem zwei Jahre in Deutschland gelebt und kann ein bisschen Deutsch und super Englisch (d.h. wenn ich mal mit Spanisch nicht mehr weiterkomme, kann ich switchen). Und das Beste, ein sehr praktischer Aspekt, wie ich am Mittwoch merkte: Wenn man später am Abend von einer Bar nach Hause will, muss man sich nicht extra für 5 Minuten Fußweg ein Taxi rufen, weil er ein Mann ist und man damit "safe" ist und außerdem nicht mehr angemacht wird [Ja, so verquer ist das hier...Jeglichen Feminismus kannst du mal getrost über Bord werfen.] Alleine wöllte ich hier nämlich spätabends nicht mehr über so manche Straße laufen, schon alleine weil es sehr unangenehm ist, wie man hier von einigen Typen ab und an angequatscht wird. Bisher nicht bedrohlich, aber ich mag es einfach nicht, auf der Straße so billig angemacht zu werden [Und, nein liebe männliche Peruaner, ich bin KEIN Hund, der auf Hinterherpfeifen, -zischen, etc. steht. So wird das nichts mit uns.] Aber sobald ein Kerl neben dir läuft, ist hier absolute Ruhe im Karton. Das ist echt unglaublich!! Ach, ich bin hier im übrigen laut Peruanersprech eine Gringa, eine weiße Frau europäischer Herkunft.
Challenge der Woche: Die Amis neben mir gekonnt überhören. Die mit ihren "Rawrawrawraw" kehligen Gequatsche - oar, irgendwie geht mir das tierisch auf die Nerven. Warum müssen die so reden? Was soll das? Ist das nicht anstrengend, alle Wörter so zu ver"rawn". Und warum fand ich eigentlich amerikanisches Englisch jemals toll??? Apropos Nachbarn, der Hustkotztyp hat sich immer noch nicht eingekriegt. Er tut es grad schon wieder - Alter Schwede, ich geh gleich rüber und stopf dem höchstpersönlich nen Wick Rachendrachen rein!!!
Fail der Woche: Im Büro am Mittagstisch einen Kollegen fragen, was man gegen Moskitos nehmen kann und aus Versehen (böse Zungen werden hier von einem Freud´schen Versprecher reden *räusper*) fragen, "was man gegen Mojitos unternehmen kann".
What-the-Fuck der Woche: Eine Reiseteilnehmerin, die nichts mehr von Patenschaften für Kinder hält [es ging um das Sozialprojekt meiner Firma], weil das nämlich - Zitat - eh nichts bringen würde. "Ich hatte da mal sowas für so ein Kind in..na Indien...ach nee, Sri Lanka oder so. Und dann ist das gestorben, seitdem mach ich sowas nicht mehr". Manchmal reicht es einfach nicht aus, nur mit dem Kopf zu schütteln.
Dislike der Woche: Lasst euch eins gesagt sein: Ein Kater ist scheiße. Ein Kater ist der Wüste ist beschissen hoch 3!!! Nach einer durchsoffenen Nacht fühlt man sich ja eh schon mehr als winzig kleine verschrumpelte Dörrpflaume denn als menschliches Wesen. Aber dann noch die staubtrockene Luft und der heftige Smog der Autos hier - et voila, fertig ist der Alptraum after Drinking. Du willst dich nur noch an den Straßenrand legen und sterben.
Aber: Dass ausgerechnet hier - in einem Hostel - ein aus Arequipa stammender Peruaner neben mir wohnt ist wohl ein Geschenk Gottes, denn: Er kennt sich mit allem aus, seien es die lokalen oder generell kulturellen Gegebenheiten. Er hat außerdem zwei Jahre in Deutschland gelebt und kann ein bisschen Deutsch und super Englisch (d.h. wenn ich mal mit Spanisch nicht mehr weiterkomme, kann ich switchen). Und das Beste, ein sehr praktischer Aspekt, wie ich am Mittwoch merkte: Wenn man später am Abend von einer Bar nach Hause will, muss man sich nicht extra für 5 Minuten Fußweg ein Taxi rufen, weil er ein Mann ist und man damit "safe" ist und außerdem nicht mehr angemacht wird [Ja, so verquer ist das hier...Jeglichen Feminismus kannst du mal getrost über Bord werfen.] Alleine wöllte ich hier nämlich spätabends nicht mehr über so manche Straße laufen, schon alleine weil es sehr unangenehm ist, wie man hier von einigen Typen ab und an angequatscht wird. Bisher nicht bedrohlich, aber ich mag es einfach nicht, auf der Straße so billig angemacht zu werden [Und, nein liebe männliche Peruaner, ich bin KEIN Hund, der auf Hinterherpfeifen, -zischen, etc. steht. So wird das nichts mit uns.] Aber sobald ein Kerl neben dir läuft, ist hier absolute Ruhe im Karton. Das ist echt unglaublich!! Ach, ich bin hier im übrigen laut Peruanersprech eine Gringa, eine weiße Frau europäischer Herkunft.
Tollste Erfindung der Woche: Skype.
Wenn ich wach bin, schlafen alle in Deutschland. Muchas gracias ihr
verfickten 7(!!!!!) Stunden Zeitverschiebung. Umso erstaunlicher, wenn
man dann im Skype online ist und abends tatsächlich mal von jemandem angerufen wird
(JAAA, da kann ein Anruf schon zur "Überraschung der Woche" werden, da
wisster Bescheid! Ruft-Mich-An! :D). Wenn es dann noch dein ehemaliger
Mitbewohner ist, der dich rotzendicht unterwegs auf den Straßen Londons
spontan anruft, um dir per Skype einfach mal den Picadilly Circus bei Nacht zu
zeigen, dann fühlst du dich wie in einer ganz schlechten Smartphone-Werbung
dann freust du dich wie ein kleiner Schneekönig und weißt wieder, warum
Skype einfach mal DIE großartigste Erfindung des 21. Jahrhunderts ist!
Challenge der Woche: Die Amis neben mir gekonnt überhören. Die mit ihren "Rawrawrawraw" kehligen Gequatsche - oar, irgendwie geht mir das tierisch auf die Nerven. Warum müssen die so reden? Was soll das? Ist das nicht anstrengend, alle Wörter so zu ver"rawn". Und warum fand ich eigentlich amerikanisches Englisch jemals toll??? Apropos Nachbarn, der Hustkotztyp hat sich immer noch nicht eingekriegt. Er tut es grad schon wieder - Alter Schwede, ich geh gleich rüber und stopf dem höchstpersönlich nen Wick Rachendrachen rein!!!
Fail der Woche: Im Büro am Mittagstisch einen Kollegen fragen, was man gegen Moskitos nehmen kann und aus Versehen (böse Zungen werden hier von einem Freud´schen Versprecher reden *räusper*) fragen, "was man gegen Mojitos unternehmen kann".
What-the-Fuck der Woche: Eine Reiseteilnehmerin, die nichts mehr von Patenschaften für Kinder hält [es ging um das Sozialprojekt meiner Firma], weil das nämlich - Zitat - eh nichts bringen würde. "Ich hatte da mal sowas für so ein Kind in..na Indien...ach nee, Sri Lanka oder so. Und dann ist das gestorben, seitdem mach ich sowas nicht mehr". Manchmal reicht es einfach nicht aus, nur mit dem Kopf zu schütteln.
Dislike der Woche: Lasst euch eins gesagt sein: Ein Kater ist scheiße. Ein Kater ist der Wüste ist beschissen hoch 3!!! Nach einer durchsoffenen Nacht fühlt man sich ja eh schon mehr als winzig kleine verschrumpelte Dörrpflaume denn als menschliches Wesen. Aber dann noch die staubtrockene Luft und der heftige Smog der Autos hier - et voila, fertig ist der Alptraum after Drinking. Du willst dich nur noch an den Straßenrand legen und sterben.
Gestern habe ich übrigens, mal so ganz abgesehen von Arbeiten, Erdbeben und Pogo-Konzerten, noch das Sozialprojekt hier in Arequipa besucht, was von meiner Firma finanziell unterstützt wird [Wow. Wieviel in so einen einzigen Tag reinpasst!]. Das war auf jeden Fall ein sehr beeindruckendes Erlebnis, von welchem ich euch aber aufgrund von Kapazitäts- und Keine-Lust-Mehr-Gründen im nächsten Blog-Eintrag berichten werde.
Bis dann ihr Lieben, lassts euch gutgehen!
dass du dich offenbar in Peru befindest:
Dir
gefallen plötzlich - warum auch immer - Ponchos und du fragst dich ganz
entsetzt, warum du dir eigentlich in deinem ganzen Leben bisher noch
nie einen gekauft hast. Du entwickelst eine Vorliebe für Coca-Blätter
und alles, was aus ihnen hergestellt wird und beschließt in Deutschland
eine Petition einzureichen, um Coca (Ach Gott, das ist ja sooo gesund!)
zu legalisieren. Du kaufst dir bunte Strickmützen aus Baby-Alpaka-Fell
und sie gefallen dir sogar noch (What the hell?!). Des Weiteren...
☆ entwickelst du plötzlich eine unerklärliche Vorliebe für Avocados
(Ohne meine tägliche Avocado geht bei mir hier gar nix mehr!)
(Ohne meine tägliche Avocado geht bei mir hier gar nix mehr!)
☆ ist Pisco Sour, das Getränk, das du in Deutschland nicht mal geschenkt genommen hättest
(Traubenschnaps? Eiweiß? What?), auf einmal dein absoluter Lieblingsdrink
(Traubenschnaps? Eiweiß? What?), auf einmal dein absoluter Lieblingsdrink
☆ ist Chicha Morada (leckeres Gebräu aus lila Mais mit Gewürzen) dein absoluter neuer
Lieblingsdrink, wenn du gerade mal nicht Pisco Sour trinkst
Lieblingsdrink, wenn du gerade mal nicht Pisco Sour trinkst
☆ stehst du in der Obstabteilung und denkst "Ach nö...schon wieder Papaya oder Mango?
Laaaaaaangweilig".
Laaaaaaangweilig".
☆ holst du dir tagsüber beinahe einen Sonnenstich (Scheiße, ist das heiß!) und gehst abends mit
Pullover und dicken Wollsocken ins Bett (Scheiße, ist das kalt!)
Pullover und dicken Wollsocken ins Bett (Scheiße, ist das kalt!)
☆ denkst du gegen 19 Uhr: "Oh Nein! Was, schon so spät???"
☆ fragst du dich, ob es lächerlich wäre, einen Umweg von 20 Minuten zu machen, nur um
etwas zu kaufen, was deutschem Brot zumindest im Ansatz sehr sehr ähnlich sieht
☆ fragst du dich, ob es lächerlich wäre, einen Umweg von 20 Minuten zu machen, nur um
etwas zu kaufen, was deutschem Brot zumindest im Ansatz sehr sehr ähnlich sieht
☆ schaust du dir Taxifahrer genauer an als deinen potentiellen Partner in spe ("Auf einer
Dubiositäts-Skala von 1-100, wo ordne ich diesen Mann vor mir nur ein???")
☆ versteckst du deine Kreditkarte, deinen Reisepass & Co selbst in deinen eigenen vierDubiositäts-Skala von 1-100, wo ordne ich diesen Mann vor mir nur ein???")
Wänden so kreativ ("Oh! Eine Gasflasche! Wie nützlich!"), dass sogar der Osterhase
neidisch zu dir rüberschielen würde
☆ findest du den Gedanken, Klopapier einfach so ins Klo und nicht etwa in einen daneben-
stehenden Mülleimer zu werfen plötzlich vollkommen abwegig
☆ ist Olivenöl für dich kostbarer als Gold
☆ erinnerst du dich an heißes Wasser nur noch in der gedanlichen Form von "Es war einmal..."
☆ nutzt du als Ausrede in allen Lebenslagen für alles, was schiefging, -geht und noch -gehen
wird: Es liegt an der Höhe! (gilt nur für Orte in Peru, die über 2000 m hoch gelegen sind -
Perfekt in Arequipa :) )
Ein Erdbeben - auch nur ein kleines - mitten in der Nacht ist SCHEISSE!! Als ich in den 1998 oder 1999 mit meinen Eltern Urlaub in Albena/Bulgarien gemacht habe, erlebte ich das auch. Ausm Schlaf gerissen von den Erdbebenausläufern des schweren Erdbebens in Ankara/Türkei!! Da liegt das ganze Schwarze Meer dazwischen und trotzdem bin ich aufgewacht, weil das Bett, die Tür, die Fensterscheiben - ja wirklich alles gewackelt. Bin total verdattert aufgewacht und wusste garnicht was mir passiert. Eh ich das realisiert habe, dass es ein Erdbeben ist und dann bin ich panisch geworden und renne auf den Hotelbalkon - keine wirklich gute Option, wenn es heftiger gewesen wäre. Total unter Schock frage ich meine Eltern, ob das wirklich ein Erdbeben war. Am nächsten Morgen meinten sie noch zu mir, dass ich so weiß im Gesicht war, dass man das sogar im Dunkeln gesehen hat!!! Theoretisch gesehen wissen auch wir Europäer was zu tun - Türrahmen oder Badewanne suchen - aber wenn es einem dann passiert, macht man unter Schockstarre einfach garnichts.
AntwortenLöschenDas mit dem Olivenöl musst du mir nochmal genauer erkären. Frag doch bitte mal deinen Nebenanbewohner. Danke dafür - interessiert mich nämlich wirklich sehr.
xoxo Susann B.