Viel Neues gibt es ja eigentlich gar nicht zu berichten, außer vielleicht dass nun schon
wieder Mitte Januar ist und mir die Zeit langsam
davonrennt! Ansonsten passiert nicht viel, es sei denn es werden spektakuläre und bahnbrechende Erfindungen gemacht, welche die Welt ein kleines Stück besser machen..Erfindungen, wie etwa der Romy Sour :) Nun, vielleicht habt ihr ja schon gemerkt, dass ich den
Pisco Sour hier so ein klein bisschen mag. Aber nur ein
klitzewinzigkleinesbisschen. Und was soll ich sagen, meine Liebe zu
diesem Drink ist nun unsterblich geworden, seitdem Raul exklusiv für
mich den Romy Sour erfunden hat, den ich natürlich voller Stolz an der Bar des
Hostels bestelle. Jaaahaaaa, den gibt es tatsächlich nur für mich! Da kann ich Raul sogar verzeihen, dass er zuvor meinte, ein echter Romy Sour müsse vor allem eins sein: sehr sehr "sour". Unerhört finde ich das ja, also.....! :D Wird
mit irgendeiner tropischen Passionsfrucht zubereitet und er schmeckt wirklich göttlich!! Das
ist kein Cocktail. Das ist eine Offenbarung. Aber nun genug
geschwärmt, denn schließlich krieg ich pro Abend nur maximal zwei davon,
weil er so wertvoll ist, mein feiner Romy Sour :) Ach, ich glaube, ich
werde Arequipa doch ein ganzes Stückchen vermissen. Mein Bothy-Hostel. Meine Bar. Meinen Cocktail!
Ansonsten mache ich übrigens immer noch den Fehler, Nachrichten zu schauen und
dort gehen sie nun schon seit Tagen total auf den "Gringasho" ab. Von
früh bis abends DAS Thema. Das ist ein 17-jähriger (!) Auftragskiller, der im
Norden Perus acht Menschen für ein bisschen "Plata" (= Geld)
umgebracht hat. Also, sie glauben zumindest, dass er 17 Jahre alt ist, denn da es drei verschiedene Geburtsangaben gibt, weiß es niemand so genau. Ähm. Ja, jetzt machen sie auf jeden Fall medizinische Tests, um herauszufinden wie alt er eigentlich ist. Das letzte Opfer hat er für 2500 Soles getötet, eine Ehefrau wollte ihren Mann loswerden. Das sind umgerechnet grad mal
läppische 750 Euro............!! Für ein Menschenleben. Was. geht. Irgendwie
echt unglaublich. Raul sagt, man kann hier in Peru Menschen schon für viel
weniger Geld umbringen lassen, um nicht zu sagen viel viel weniger. Na fein,
immerhin eine Sache die hier recht günstig zu erstehen ist. Führen die eigentlich
auch Aufträge in Deutschland aus?! Da lob ich mir meine Bild-Propaganda
wiederkäuenden deutschen Asozialen, die immer über alles schimpfen. Die regen sich vielleicht schrecklich über
alles und jeden auf, würden aber trotzdem nie und nimmer jemanden für 750
Latten umbringen, nur weil sie das Geld brauchen. Aber wenn es ums Geld geht,
sind Peruaner eben konsequent, da kennen die nix, das sag ich euch. Na, jetzt versteh ich auch, warum hier alle so nett zueinander sind...
.
Apropos Geld. Ich glaube ich sollte auch mal langsam über eine Karriere als
Auftragskillerin nachdenken, denn es rinnt mir nur so durch die Hände. Gerade
habe ich mein Flugticket für Lima erstanden, welches mit 155 Dollar (!!!!)
sogar noch eins der günstigsten ist. Aber immerhin besser als eine 14-stündige
Busfahrt. Ich freue mich sehr auf Lima, denn alle sagen, dass es eine wirklich
hässliche, dreckige und gefährliche Stadt ist, die nichts zu bieten hat und ich
mag doch Herausforderungen so :) Meine Challenge: Die Schönheit von Lima
entdecken, die sich bis Ende Dezember noch unter grauem Küstennebel versteckt
gehalten hat. Jetzt gibt es dort sogar blauen Himmel und tropisch-feuchte 32 Grad, wobei es in
Arequipa die letzten Tage zu meiner großen Freude auch ziemlich sonnig zuging! Wer hier die Bezeichnung "Regenzeit" erfunden hat, hat es offenbar noch nie nach Deutschland geschafft...
Ansonsten ist hier gerade die
Rallye Dakar großes Thema, für die mir jedwede Faszination vollkommen schleierhaft ist. Was Menschen nur daran
finden, mit Jeeps und Motorrädern stundenlang durch die Wüste zu brettern und dabei auch noch
mit voller Absicht ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen? Ich werde es wohl nie erfahren. Ach, hat mal jemand
von euch "Chronik eines angekündigten Todes" von Gabriel Garcia
Marquez gelesen? Irgendwie muss ich da immer spontan dran denken, wenn ich
"Rallye Dakar" höre. Die ersten drei Toten - zwei davon auch noch
unglücklicherweise auf der Arequipa-Etappe hier um die Ecke - wurden bereits
verkündet. Herzlichen Glückwunsch, was für ein großartiger Wettbewerb. Es gibt
manchmal Dinge, die auf dieser Erde geschehen, bei denen ich mir einfach nur an
den Kopf greifen will und denke "Oh Mann. Warum?". Die Rallye Dakar
gehört definitiv dazu. Unberührte Natur mit Abgasen verpesten, Geld ohne Ende
verschwenden, und dann noch Tote in Kauf nehmen (seit 1978 über 61!!!).
Herrje, wie sollen wir das nur mal irgendjemandem da draußen erklären??? Ja,
E.T., ich will manchmal auch nur hier raus und woandershin telefonieren...
Ach Gott...klingt ja wieder alles nach
Tod und Elend, was ich hier schreibe. Aber seid beruhigt, eigentlich läuft grad
alles super in Peru :) Gut, ich bin jetzt seit drei Wochen erkältet und das ist
wirklich mein bisheriger Rekord, aber es wird jetzt von Tag zu Tag besser.
Kämpf, Immunsystem, kämpf! Allerdings..wenn es eine Sache gibt, die mich zur
Zeit in Peru noch mehr aufregt als Straßendreck, die samstägliche Handwäsche an
einem Trog und die Tatsache, 5 Tage die Woche in ein Büro eingesperrt zu sein,
dann ist es wohl der Fakt, dass ich seitdem ich hier bin, mindestens 5-7 Kilo
zugenommen habe, was durch das Nicht-Vorhandensein einer Waage jetzt mal nur
eine grobe Schätzung meinerseits ist. In 4 Monaten. Bitte was?! Wie konnte das
nur passieren? Es wird wirklich dringend Zeit, endlich in eine Industrienation
zurückzukehren, um diesem neu gewonnenen Gewicht den Kampf anzusagen. Meine
Hosen werden von Woche zu Woche enger... SCHLUCHZ :( "Schuld" daran
sind vor allem Carmencita, die XXL-Portionen der Peruaner, der allgemeine
Schlabberlook hier, das
Sich-Auf-Einem-Bürostuhl-den-Hintern-Plattsitzen und naja...dann wären da
noch die wahrlich zauberhafte Creperie mit ihren unglaublichen 100
Crepevarianten und die tolle Pizzeria mit dem Steinofen direkt um die Ecke,
welche ausgerechnet auch noch die beste vegetarische Pizza macht, die ich in
meinem Leben je gegessen habe :) Eine wahrhaft grauenhafte Mischung
also!! Habe ich in Deutschland wenigstens noch über ein Fünkchen
Selbstdisziplin und Bedacht verfügt, so ist es hier eher, als würde ich den
Spruch "Leb jeden Tag, als wenn es dein letzter wäre" brav ins
Kulinarische übersetzen ("Aber das sollte ich besser nicht.....ACH SCHEIß
DRAUF, morgen könnt ich schon tot sein"!). Ich glaube, dass einen diese
leichte, aber permanent gefühlte, Gefährdungssituation hier so langsam ins
Egalitäre abrutschen lässt. Ist das etwa diese berühmte südamerikanische
Gelassenheit? Wenn ja, dann gefällt sie mir ganz und gar nicht! Ich
fühle mich mittlerweile wie eine 45-jährige Büroangestellte, die sich Bilder
von früher anschaut und denkt "Joa Mensch, früher sahste doch mal ganz gut
aus". Was mich doch ironischerweise glatt zu einem Punkt führt, den ich hier eigentlich
schon die ganze Zeit mal einbringen wollte: Typische Speisen Perus.
Glaubt mir, nicht nur das Obst in Peru ist ein wahres Highlight, auch das Gemüse ist so ganz anders, als das was man bei uns in Deutschland vorgesetzt bekommt. Und das schmeckt man jedem einzelnen Gericht in der Tat auch an. Die Tomaten, die Paprika, der Spinat, die Kräuter, ja selbst bloßer Salat hat einen tollen Geschmack! Peru, dein grandioses Essen werde ich schrecklich vermissen, soviel ist jetzt schon sicher! Kein Wunder, dass es hier einige der besten Köche weltweit gibt...es folgt eine kleine Auflistung der populärsten Gerichte, wobei das wirklich nur eine winzige Auswahl ist.
Glaubt mir, nicht nur das Obst in Peru ist ein wahres Highlight, auch das Gemüse ist so ganz anders, als das was man bei uns in Deutschland vorgesetzt bekommt. Und das schmeckt man jedem einzelnen Gericht in der Tat auch an. Die Tomaten, die Paprika, der Spinat, die Kräuter, ja selbst bloßer Salat hat einen tollen Geschmack! Peru, dein grandioses Essen werde ich schrecklich vermissen, soviel ist jetzt schon sicher! Kein Wunder, dass es hier einige der besten Köche weltweit gibt...es folgt eine kleine Auflistung der populärsten Gerichte, wobei das wirklich nur eine winzige Auswahl ist.
Hähnchen in einer pikanten Soße aus Knoblauch, Käse und Nüssen, mit Ají
Amarillo gewürzt. Meistens mit dunklen Oliven und gekochtem Ei serviert, mit
Reis als Beilage. Ein absoluter Klassiker der peruanischen Küche.
Arroz con mariscos
Reis mit Safran und diversen Meeresfrüchten. Hat mich Dinge essen lassen, die ich normalerweise niemals essen würde...etwa lila Mini-Tintenfisch, von dem ich irgendwie auch nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Die Kategorie "Arroz con..." wird hier allerdings noch immer vom peruanischen Evergreen, dem traditionellen Arroz con Pollo, also Reis mit Hähnchen, angeführt.
Lomo Saltado/Pollo Saltado/Atún Saltado
Egal was, Hauptsache Saltado lautet hier die Devise! Wahlweise mit gebratenem Schweine- oder Hähnchenfleisch, ab und an auch Thunfisch. Wirklich immer kommt aber die Lieblingskombi der Peruaner, das gefürchtete Kohlenhydrat-Duo, zum Einsatz: Massenhaft Reis und selbstgemachte Papas Fritas. Und selbst ich, die in Deutschland beinahe nie Pommes gegessen hat, muss gestehen: Scheiße, selbstgemachte peruanische Pommes rocken wirklich!Cuy
...das arme kleine Meerschweinchen... :( Wobei "klein"....sie sind doch sehr viel größer als in Deutschland und unterscheiden sich diesbezüglich von den normalen Hausmeerschweinen. Das ehemals kuschlige Cuy wird ausgenommen und dann im Ganzen gebraten oder frittiert :O Sieht sowas von gruselig aus, wie ein kleiner Zombie. Das kann und werde ich mit Sicherheit - auch wenn ich wirklich viel viel viel versuche, um die Kultur zu verstehen - niemals essen!!!
Soltero de Queso
Mehr so eine Vorspeise, total famous hier in Peru. Heißt auf gut deutsch soviel wie "Junggeselle vom Käse" oder so ähnlich. Und, NEIN, ich weiß nicht warum das so einen doofen Namen hat. Keine Ahnung, wer sich die Namen für die Essen hier ausdenkt... :) Naja, auf jeden Fall werden Bohnen, Mais, Möhren und Käse vermischt. Wobei man sagen muss, dass es sich hierbei um grüne Riesenbohnen handelt, der "choclo"-Mais ist ebenfalls riesig und schmeckt hier total anders. Causa de Atún/de Pollo
Oh, I love Causa!!! Für mich DIE kulinarische "Neuentdeckung" schlechthin. Warum ist da nur niemand früher bzw. bei uns mal drauf gekommen?! Göttlich. Eine Art kalter Auflauf. Kartoffelpüree wird mit Ají Amarillo, einem gelbem Chilipulver, vermischt, dann mit Avocado und Thunfisch (oder Hähnchen) geschichtet und mit einer Ei-Oliven-Mayonnaise-Schicht bedeckt.
Ceviche/Cebiche
Das wahrscheinlich einzige Essen der Welt, bei dem sich niemand entscheiden kann, wie es geschrieben wird. Mal mit b, mal mit v - man will sich eben nicht festlegen bei den Peruanern, weder bei den Frauen noch bei der Grammatik. Gericht für Mutige. Jeder Lebensmittelprüfer würde schon in Deutschland rückwärts wieder zur Küchendrehtür rausfallen: Komplett roher Fisch, der nur durch die säurehaltige Marinade aus Limetten etwas "teilgegart" wird. Dazu rohe, rote Zwiebeln und fertig ist DAS Nationalgericht Perus. Traditionell serviert mit Süßkartoffel und gerösteten Maiskörnern. Strange Mischung, aber irgendwie richtig geil. Meistens aus Seeteufel zubereitet, gibt es aber in allen Abwandlungen und mit allem möglichen Meeresgetier drin, Muscheln, Tintenfisch, etc.. Ceviche funktioniert allerdings nur, weil der Fisch direkt vom Pazifik auf den Teller kommt, kann man in Deutschland vermutlich getrost vergessen. Bei der Wahl der Lokalität sollte man allerdings größte Vorsicht walten lassen, sonst liegt man schneller mit einer Fischvergiftung im Krankenhaus als man sich zwischen der Schreibweise Ceviche oder Cebiche entschieden hat.Arroz Chaufa
Das Gericht Arroz Chaufa entstammt der sogenannten "Chifa"-Küche, welche die chinesischen Einwanderer im 19. Jhd. nach Peru gebracht haben. Der Begriff "Chifa" bezeichnet dementsprechend die Verbindung chinesischer und peruanischer Küche, witzigerweise nennen sich hier auch alle von Chinesen betriebenen Restaurants ganz einfach "Chifa". Arroz Chaufa ist in etwa Bratreis mit Gemüse, mit Hähnchen-, Schweine- oder Putenfleisch zubereitet.
Seco de Pollo
Was das "seco" (= trocken) im Namen dieses Gerichts macht, das weiß wohl keiner so genau. Ist aber auch egal, denn dieses Gericht ist toll, wenn auch Geschmackssache! Wer auf frischen Koriander steht, ist hier goldrichtig. Die recht geschmacksintensive, aromatische Sauce besteht nämlich zum großen Teil aus demselbigen, enthält dazu noch allerlei andere Kräuter und Gewürze. Grundlage ist natürlich wieder Reis und Hähnchen.
Papa Rellena
Tamales
Soviel zum Thema "Essen in Peru"...bezüglich peruanischer Getränke fällt mir doch deutlich weniger ein, wobei ich dann noch zwei typische Dinge gefunden habe...
Zum Mittagessen gibt es bei uns im Büro ab und an einen frischen "Jugo de Maracuya" dazu. Ganz ehrlich: Vergesst den ollen Maracujasaft aus der Packung!!! Oder auch ab und an eine "Chicha Morada", das ist eine Art peruanischer Softdrink auf der Basis von dunkellilafarbenem Mais aus den Anden. Der Mais wird mit Ananasrinde, Zimt und Gewürznelken etwa eine Stunde lang ausgekocht, danach mit Limette und Zucker abgeschmeckt. Ist ein klein bisschen weihnachtlich, aber fetzt total! :)Hunger bekommen? Tja, dann wisst ihr ja jetzt wie es mir hier geht! ES IST HART! Aufgrund der Tatsache, dass es hier einfach viel zu lecker zugeht, habe ich meine Diät nun auf frühestens März 2013 vertagt und werde mich bis zum Schluss in vollem Umfang an der peruanischen Küche erfreuen :D Bei Romy wird es also noch ein paar Wochen "MMMMH, QUÉ RICO!" heißen...
Es grüßt und drückt euch ganz lieb, eure (hoffentlich nicht bald kugelrunde) Romy
P.S. Schon den dritten Kolibri gesehen! In einer Woche! Hach, bin ich stolz auf mich! Aber wo war nur mein Kolibri-Instinkt die letzten 4 Monate!? Egal! Jetzt ist er auf jeden Fall da :) Das ist schon beinahe eine Sucht, man will immer mehr Kolibris sehen. Sobald jetzt Blumen in der Nähe sind, beschränken sich meine sonst eher komplexen Gedanken auf ein ledigliches "Kolibri. Kolibri. Kolibri! Wo, wo, wo??? IST HIER IRGENDWO EIN KOLIBRI?!" Vor ein paar Tagen habe ich sogar von einem Riesenkolibri geträumt. Auf Spanisch im Übrigen ein sogenannter "califlor", den man nicht mit einem "coliflor" (= Blumenkohl) verwechseln sollte..("WOW! Heute habe ich einen kleinen fliegenden Blumenkohl gesehen!")
P.P.S Zwischen all dem Gelaber glatt das Wesentliche vergessen! Letztes Wochenende haben wir endlich das Kloster Santa Catalina besucht. Das ist DIE Sehenswürdigkeit Arequipas, mitten in der Stadt hinter hohen Mauern gelegen und riesengroß. Allerdings waren wir die letzten Monate so mit Reisen, Krankheiten oder Hangovern beschäftigt, dass wir es partout nicht schaffen wollten, endlich mal dort vorbeizuschauen! Aber nun war es ja soweit und das Kloster ist wirklich sehr sehenswert - alleine wegen seiner farbenfrohen Gestaltung und dem vielen Grün dort, was wir schon gar nicht mehr so richtig gewohnt waren ("Oh schau mal, eine Blume! Cooooool").
Alle das Essen betreffenden Bilder entstammen Google und sind nicht von mir - bitte verklagt mich nicht, ich bin pleite! :)








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